Donnerstag, 19. Juli 2018

Boom. Boom. Boom. In Bergkamen-Oberaden raubte am Sonntag (8. April) und Montag (9. April) ein Stoßen im Sekundentakt den nächtlichen Schlaf. Einige Anwohner waren vom Raub der Nachtruhe so genervt, dass sie sogar die Polizei riefen. Am Montag kam dann heraus: Straßen.NRW hatte Bauarbeiten in der Nacht in Auftrag gegeben, aber kaum jemanden vor Ort informiert. 

Viele Oberadener wollten den warmen Sonntag nutzen, um endlich in den Frühling zu starten. Daraus wurde jedoch nichts. Denn schon am Abend wunderten sich viele Einwohner über einen unglaublichen Lärm, der ihnen später noch den Schlaf rauben sollte.

Woher kommt dieser Lärm?


In der Facebook-Gruppe „Du bist Oberadener, wenn…“ gingen die ersten Spekulationen los. Woher kommt dieser Lärm? Zunächst vermuteten einige Bewohner, dass es sich um Bauarbeiten an der neuen Wasserstadt handeln würde. Es stellte sich aber heraus, dass der Lärm von der Baustelle am Bahnübergang Jahnstraße in Richtung Bergkamen-Heil kam.

Der Bahnübergang an der Jahnstraße in Bergkamen-Oberaden. Verursachte diese Maschine den Baulärm? Foto: privat

Im März kündigte Straßen.NRW den Start der Bauarbeiten am Bahnübergang an der Jahnstraße an. Das soll insgesamt 20 Monate dauern. Darüber war Bergkamen-Oberaden informiert.

Lärm war sogar in den Nachbarorten zu hören

Von Bauarbeiten mitten in der Nacht war da jedoch nicht die Rede. Die ausführende Baufirma (aber nicht Straßen.NRW) informierte nach Informationen in der Facebook-Gruppe einige Anwohner mit Flyern. Allerdings handelte es sich nur um Menschen, die in direkter Umgebung wohnen. Sogar Einwohner aus den umliegenden Stadtteilen Weddinghofen und Bergkamen-Mitte und Lünen (bis zu drei Kilometer entfernt) berichteten über einen unglaublichen Lärm.

Ein Anwohner, der 1,7 Kilometer weit entfernt in Oberaden an der Jahnstraße wohnt, äußerte sich gegenüber Unna24:

„Das war von Sonntag auf Montag. Ich wollte um 22 Uhr ins Bett gehen und ich hörte immer ein gleichmäßiges Stoßen, fast im Sekundentakt. Dann habe ich das Fenster aufgemacht, um das Geräusch zu lokalisieren. Das kam aus Richtung Norden – Kraftwerk. Ich dachte erst: Das hört schon auf.

Um Mitternacht ging es jedoch immer noch weiter. Irgendwann bin ich dann doch irgendwie eingeschlafen und um 4 Uhr wieder aufgewacht. Trotz geschlossenem Fenster und Rolladen war es dann immer noch unglaublich laut. Die Nacht war vorbei. Eine Katastrophe und niemand wusste Bescheid.

Tagsüber war es dann still. Und am Montagabend um 20 Uhr fing es wieder an. Die Anwohner, die direkt vor Ort sind, bekommen gar keine Ruhe. Und selbst so weit entfernt ist das Stoßen zu hören.“

Bergkamen zeigt sich irritiert

Am Montag stand das Telefon der Stadt Bergkamen nicht still. Dort war man über die Kommunikationspolitik von Straßen.NRW irritiert. Bergkamen wusste von der Baustelle. Die nächtlichen Bauarbeiten wurden allerdings nicht angekündigt. Bürgermeister Roland Schäfer meldete sich bei Facebook zu Wort.

Dabei hatte er gleich eine Überraschung parat. Denn vom 14. bis zum 19. April und vom 21. bis zum 26. April sollen weitere Bauarbeiten in der Nacht stattfinden.

Kein Kommunikationsplan

Doch wie konnte es dazu kommen, dass selbst die Stadt Bergkamen keine Informationen über die Bauarbeiten bekommen hat? Der Kreis Unna agierte in dieser ganzen Geschichte nur als Genehmigungsbehörde. „Wir haben den Antrag bekommen und genehmigt. Allerdings informieren wir niemanden. Das muss der Auftraggeber (in diesem Fall Straßen.NRW) und/oder die Baufirma machen“, erklärt Max Rolke von der Pressestelle des Kreises gegenüber Unna24.

Ein Mitarbeiter des Kreises ist am Montag zur Baustelle gefahren. „Nach ersten Rückmeldungen war die Lautstärke nicht ganz so hoch wie einen Tag zuvor. Nach unseren Informationen, die uns die Baufirma gegeben hat, werden die kommenden Nachtbauarbeiten sowieso etwas leiser“, sagt Rolke.

Ein fettes „dislike“ für Straßen.NRW

Ein Sprecher von Straßen.NRW war am Dienstag (10. April) für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Gegenüber dem Hellweger Anzeiger sagte ein Mitarbeiter von Straßen.NRW am Montag (9. April), dass man eigentlich davon ausgegangen sei, dass der Kreis Unna die Stadt Bergkamen informiert hatte. Zudem wies Straßen.NRW auf die Flyer hin, die verteilt worden sind.

Das war jedoch zu wenig: Die Anwohner bedankten sich in den Sozialen Medien für die Informationen der Stadt Bergkamen und von Bürgermeister Roland Schäfer. Für die Kommunikationspolitik von Straßen.NRW gab es jedoch ein fettes „dislike“.

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