Donnerstag, 16. August 2018

220 kg Verpackungsmüll, ungefähr so viel, wie ein Klavier wiegt, produziert im Schnitt jeder Deutsche jährlich. Bei vielen Produkten ließe sich der Müll vermeiden, bei Wust und Käse aus der Frischetheke zum Beispiel. Das sieht auch Edeka so und testet jetzt in einem Pilot-Markt in Norddeutschland ein Mehrwegsystem für Wurst und Käse.

In den letzten Jahren ist die Abfallproduktion pro Kopf noch einmal angestiegen. Das liegt auch an unserem Lebenswandel, der Trend geht zum schnellen Snacken, es wird mehr unterwegs gegessen, und weniger frisch gekocht. Vieles ist doppelt und dreifach verpackt. Es werden vorgeschnittene Ananasscheiben und verpackte Kiwis verkauft. Müll summiert sich schnell und landet dann im schlimmsten Fall in den Weltmeeren.

Edeka testet Pilotprogramm an Frischetheken


Einen Schritt in die richtige Richtung geht jetzt ein Edeka-Markt in Büsum Schleswig-Holstein. Die Kunden können dort, je nach Größe, für vier oder fünf Euro Pfand eine Plastikdose für ihre Wurst- und Käseeinkäufe erwerben. Die Dose wird beim nächsten Kauf wieder mitgebracht und der Kunde kann diese dann durch eine saubere austauschen.

Die benutzen Dosen werden in einer Industriespülmaschine gereinigt. Das spart Wasser und natürlich Plastikmüll zu Hause. Die Plastiktütchen bekommt man auf Wunsch aber weiterhin. Vorerst handelt es sich um ein Pilotprojekt, welches bei guter Aufnahme deutschlandweit angeboten werden soll.

Unverpackt-Läden bieten dieses Prinzip bereits an

In einigen großen Städten gibt es bereits Läden, die ihre Ware in losem Zustand verkaufen. Reis beispielsweise wird in großen Glasbehältern oder Jutebeuteln gelagert und jeder Kunde kann sich dort die gewünschte Menge in Stoffbeutel oder Glasgefäße abfüllen. Ganz ohne unnötig Müll zu produzieren.

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