Montag, 18. Dezember 2017

Nach dem Legionellenbefall im September hat die Stadt Unna die blaue Halle am Pestalozzi-Gymnasium nun wieder freigegeben. Probleme machen weiterhin die Rohre in der Hellweghalle. Hier sind die Messwerte noch immer zu hoch.

Die Stadtverwaltung Unna gibt Entwarnung – zumindest teilweise: In der blauen Halle am Pestalozzi-Gymnasium seien die Messwerte für den Befall mit Legionellen wieder im grünen Bereich. „Da sind die sanitären Anlagen komplett freigegeben“, sagte Stadtsprecher Oliver Böer am Montag (4. Dezember) auf Anfrage unserer Redaktion. Gelungen war das mit einer sogenannten thermischen Desinfektion. Ab 70 Grad Celsius sterben Legionellen.

Nur Warmwasserrohre betroffen

In der Hellweghalle seien zumindest in den Kaltwasserrohren keine erhöhten Werte mehr gemessen worden. Deshalb gab die Stadt die Toiletten jetzt wieder frei. Anders sieht die Sache bei den Warmwasserleitungen aus. Die neuen Messwerte seien hier in einem ähnlichen Bereich wie bei der ersten Messung. Und die ergab Messwerte, die um ein Vielfaches über dem Grenzwert lagen. Damit bleiben Duschen und Waschräume bis auf Weiteres gesperrt, bestätigte Böer. „Jetzt suchen wir weitere Lösungen.“

Grenzwert für Legionellen um das 40-fache überschritten

Bereits im September wurden in den Sanitäranlagen der Sporthallen erhöhte Messwerte festgestellt. Bis zu einem Wert von 100 koloniebildenden Einheiten (KBE) gelten Legionellen laut Bundesumweltamt als unbedenklich. Die Werte in den Hallen in Unna lagen teilweise um das 40-fache darüber.

 

Was sind Legionellen?

Legionellen haben eine große Bedeutung dafür, wie sauber unser Wasser ist. In Leitungen, in denen häufig Wasser steht, wachsen die Bakterien zwischen 20 und 55 Grad Celsius. Erst ab 70 Grad werden die Bakterien abgetötet. Für Menschen mit intaktem Immunsystem sind die Bakterien meist ungefährlich. Ältere oder kranke Menschen können durch einatmen der Keime eine Lungenentzündung bekommen. Laut Umweltbundesamt infizieren sich jedes Jahr zwischen 15.000 und 30.000 Menschen mit dem Keim. Bis zu 2.000 Erkrankungen enden tödlich.

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