Donnerstag, 19. Juli 2018

Die Gewerkschaft Verdi fordert alle Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst zum Streik am Dienstag (10. April) auf. Der Warnstreik geht damit in die zweite Runde. Bereits am 21. März legten Mitarbeiter ihre Arbeit nieder. Die Forderung bleibt dieselbe: Sechs Prozent mehr Lohn und mindestens 200 Euro mehr sollen Arbeitnehmer von Bund und Kommunen bekommen.

Update 10. April, 16.30 Uhr: Wie die Pressestelle des Kreises mitteilt, wird es im Rahmen der laufenden Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst auch am Mittwoch (11. April) einen weiteren Streiktag in Unna geben.


Die Gewerkschaft „Komba“ hat seine Mitglieder zum Warnstreik aufgerufen. Und auch Mitarbeiter der Kreisverwaltung werden daran teilnehmen. Welche Bereiche in welchem Ausmaß betroffen sein werden, ist nicht absehbar. Es kann zu Einschränkungen bei der Aufgabenerledigung kommen.

Ursprungsmeldung: Der Streik beginnt um vier Uhr morgens und endet erst um Mitternacht. Der öffentliche Nahverkehr steht während dieser Zeit weitgehend still. „Unsere eigenen Fahrzeuge bleiben dann stehen“, teilt Uwe Hügens von der Verkehrsgesellschaft Kreis Unna (VKU) mit. Private Subunternehmer werden allerdings nicht von Verdi vertreten und fahren weiter. Der VKU wird nach der offiziellen Streikankündigung eine Liste veröffentlichen mit Buslinien, die weiterhin fahren.

Beeinträchtigungen in den Kommunalbehörden erwartet

Auch einige Mitarbeiter der Sparkasse Unna-Kamen werden vermutlich streiken. Merle Schneider von der Sparkasse betont aber, dass dies auf den Kunden keine Auswirkungen haben wird. Dort seien nur wenige Arbeitnehmer Gewerkschaftsmitglieder.

Auch die Mitarbeiter von Kommunalbehörden dürfen am kommenden Dienstag streiken. Bei dem Streik vor zwei Wochen musste das Bürgerbüro beispielsweise schließen. Die Auswirkungen des Warnstreiks auf die Kreisverwaltung, so Pressesprecherin Constanze Rauert, „kann man schlecht abschätzen“.

Laut Gudrun Janßen, der stellvertretenden Bezirksgeschäftsführerin von Verdi, werden unter anderem Bürgerservices der Stadt- und Kreisverwaltung wie das Straßenverkehrsamt von der Arbeitsniederlegung betroffen sein. „Frei Parken werden Sie vermutlich können, einen Führerschein beantragen könnte schwieriger werden“, so Janßen. Kommunale Kitas und die Müllabfuhr werden ebenfalls zum Streik aufgerufen. Eine Kundgebung von Verdi in Unna wie vor zwei Wochen ist nicht geplant.

Mögliche Einschränkungen am Dortmunder Flughafen

Wegen des Streiks an den Flughäfen Frankfurt und München kann es auch am Dortmunder Flughafen zu Einschränkungen im Flugbetrieb kommen. Einzelne Flugverbindungen von Dortmund nach München und in die Gegenrichtung fallen aus. Die morgigen (10. April) Abflüge um 6.25 Uhr und um 8.15 Uhr von Dortmund nach München wurden bereits gestrichen. Falls ihr betroffen seid, informiert ihr euch am besten noch einmal bei der jeweiligen Fluggesellschaft.

Kundgebung von Verdi-Streikenden am 21. März in Unna. Foto: Florian Forth/Unna24

Verdi droht mit mehrtägigem Streik

„Wir haben immer noch kein Verhandlungsangebot bekommen – noch nicht einmal ein Schlechtes“, sagt Gudrun Janßen. „Deshalb müssen wir weiter streiken.“ Am 15. April gehen die Verhandlungen  in die dritte Runde. Davor wurde zuletzt am 13. März verhandelt. Während der letzten 14 Tage wollte Verdi wegen der Osterferien und den vielen Reisenden keine Beeinträchtigungen durch Streiks. „Dann treffen wir die Falschen“, findet Janßen.

Nun hofft sie auf Ergebnisse und warnt davor, auch die dritte Verhandlungsrunde verstreichen zu lassen: „Jetzt haben es die Arbeitgeber in der Hand.“ Vor einem mehrtägigen Streik, eventuell sogar unbefristeten Streik, schreckt Verdi nicht zurück. Dies gab es im öffentlichen Dienst zuletzt 1992 – damals legten Mitarbeiter für 14 Tage ihre Arbeit nieder.

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