Donnerstag, 19. Juli 2018

„Dass es bis zum BVB geht, hätte ich nicht gedacht“, sagte Marius Wolf beim ersten öffentlichen Training am Montag (9. Juli) gegenüber den Journalisten. Denn der neue Offensivspieler hat mit seinen 22 Jahren nicht nur Höhen erlebt. 

Hannover wollte ihn nicht. Frankfurt weint ihm hinterher. Sein bester Kumpel ist acht Jahre älter und hat auch schon einmal für den BVB gespielt. Letztendlich war sein Talent schon 2015 absehbar – allerdings nur bei FIFA 15. Hier sind sechs Dinge, die ihr (vielleicht) noch nicht über BVB-Neuzugang Marius Wolf wusstet.

1. Eine lange Tradition – Spieler von 1860 München


In den letzten Jahren ist es schon irgendwie zu einer Tradition geworden. Der BVB holt Spieler, die mal bei 1860 München aufgelaufen sind. Mit Antonio Rukavina, Sven Bender, Moritz Leitner und Julian Weigl sind alleine vier Spieler in der jüngeren Vergangenheit von der Isar nach Westfalen gewechselt.

Auch Marius Wolf hat – von 2012 bis 2015 – beim TSV 1860 München gespielt. Immerhin: Es handelt sich um seine erste Station als Profi. Von dort aus ging es über den Umweg Hannover 96 zur Frankfurter Eintracht. Seit dem 1. Juli 2018 ist Marius Wolf Dortmunder.

2. Nationalspieler – wenn nicht Wolf, wer dann?

„Wenn Wolf nicht Nationalspieler wird, höre ich auf“, sagte Kevin-Prince Boateng. Noch ist Marius Wolf nicht Nationalspieler. Aber mit 22 Jahren hat der BVB-Neuzugang natürlich auch noch Zeit. Boateng ist von seinem ehemaligen Mitspieler überzeugt und nannte im Februar 2018 mehrere Gründe: Wolf sei reifer als Gleichaltrige und würde jeden Tag härter an sich arbeiten als andere. Gute Aussichten für den BVB.

Marius Wolf hat wenig Erfahrungen in den U-Nationalmannschaften. Einmal – im September 2015 stand er im Kader der U21-Nationalmannschaft. Bei der U20 machte er eine Partie am 12. November 2015 gegen Italien (0:2). Mit guten Leistungen beim BVB kommen bestimmt bald noch mehr hinzu.

3. Wolf kennt die Tiefen des Profifußballs

Der Wechsel im Januar 2016 von 1860 München nach Hannover sollte der Karriere von Wolf einen richtigen Schub geben. Es kam jedoch alles anders: Schon im September 2016 schob der damalige 96-Trainer Daniel Stendel den jungen Wolf in die zweite Mannschaft ab. Er sollte bis zum Januar 2017 kein Spiel mehr für Hannover 96 machen.

Wolf zog seine Schlüsse aus dem Scheitern bei Hannover. Bei Eintracht Frankfurt erlebte er in eineinhalb Jahren einen kometenhaften Aufstieg. Trotzdem war von ihm – und das lobte erneut Kevin-Prince-Boateng – kein vorlautes Wort zu hören.

4. „Bruder“ für’s Leben

Kevin-Prince Boateng und Marius Wolf sind Freunde. Boateng und Wolf sind in einer Länderspielpause im Jahr 2017 zusammen nach Mailand gereist. Gegenüber der Hessenschau sagte Wolf im Dezember 2017: „In der Schule hätte der Lehrer uns mit Sicherheit auseinandergesetzt.“

Auf Wolfs Instagram-Account gibt es viele Fotos von den beiden. Auf einem Foto gratuliert Wolf Boateng zum Geburtstag und hat dazu noch einen guten Rat für ihn – „Ein bisschen FIFA und NBA üben“.

5. Hannover zeigte sich wehmütig

Eintracht Frankfurt wollte Wolf schon vorher an den Main holen. Das funktionierte nicht. Der Spieler entschied sich für Hannover. Da scheiterte er aber. Im Januar 2017 lieh Eintracht Frankfurt den Außenspieler vorerst aus und zog dann im Sommer die Kaufoption. Im Oktober 2017 zog Frankfurt dann die Kaufoption von 500.000 Euro – ein Schnäppchen bei den Leistungen, die Wolf da schon zeigte. In einem Interview im Sportmagazin Kicker zeigte sich Horst Heldt (Manager Hannover 96) resigniert und sagte: „Marius Wolf ist für uns verloren.“

6. Die FIFA-Wahrsager aus dem Jahr 2015

Schon im Jahr 2015 entdeckten einige FIFA-Spieler die Talente von Marius Wolf und nannten ihn bei youtube.com „das versteckte Talent“. Das brachte dem „virtuellen Spieler Wolf“ das eine oder andere Angebot im Karrieremodus von FIFA ein. Die Karriere vom echten Marius Wolf nahm jedoch danach noch einen Knick. Doch spätestens zum Start von FIFA 19 dürfte er die bei FIFA 15 prognostizierte Stärke von 72 Punkten (von 100 Punkten) erreicht oder sogar überschritten haben.

Kommentare

ANZEIGE