Donnerstag, 16. August 2018

Eine zentrale Forderung der Bürger-Initiative „Unna braucht Eis“ war die Begehung der Eishalle mit eigenen Experten. Das ist am Montag (16. Juli) geschehen. Experten der WBU und der Firma Friotherm erklärten den Stand der Dinge aus ihrer Sicht bis ins kleinste Detail. Mit dabei auch ein Fachmann der Firma Gfkk aus Köln, den die Bürger-Initiative engagiert hatte. 

Die Begehung der Eishalle war erst möglich, nachdem ein Großteil des Ammoniaks aus der Eisaufbereitungsmaschine abgesaugt wurde. Doch selbst das hat nicht optimal funktioniert, wie Thorsten Speck von der Firma Friotherm erklärte: Wir haben jetzt eine Woche lang versucht, das Ammoniak abzusaugen, aber die Absperrventile am Aufbewahrungsbehälter schließen nicht mehr dicht.“


Im Klartext bedeutet das: Das Ammoniak verteilt sich gerade in der gesamten Anlage und dringt zum Teil auch nach außen. Das sorgt für erheblichen Gestank im Maschinenraum und darüber hinaus. Die Ventile sind zum Teil durchgerostet und funktionieren nicht mehr richtig.

Urteil des Experten: Abreißen, neubauen

Die Verdichter, die eigentlich fürs Absaugen zuständig gewesen wären, sind kaputt. Sie könnten zwar repariert werden, aber das wäre nicht wirtschaftlich, wie Thorsten Speck erklärt. Während der Ausführungen des Kälteanlagen-Profis machte sich auch Christoph Wetzel, Vertriebs-Mitarbeiter der Kölner Kälteanlagenfirma Gfkk, immer wieder Notizen.

Sein Urteil nach rund einer Stunde Besichtigung: Im Grunde sei alles abbruchreif.

Nach und nach konnten die Mitglieder der Bürgerinitiative „Unna braucht Eis“ sämtliche Bereiche der Eishalle besichtigen. Vom Kühlraum, über den Heizungsraum bis hin zur Curling-Halle und den Umkleiden. Andreas Pietsch von der Initiative sagte: „Ich wusste, was auf uns zukommt.“

Eishalle endgültig vor dem Aus?

Er hatte sich bereits vor Jahren mit einer Machbarkeitsstudie zum Umbau der Eishalle mit angeschlossenem Hostel beschäftigt. Seine beiden Mitstreiter an diesem Tag, Wilhelm Ruck und Sebastian Cirkel, wirkten deutlich schockierter. Sie betonten, dass der Zustand wie er jetzt ist, eine Katastrophe sei.

Unter den Eindrücken der Besichtigung wollten sie sich noch nicht dazu äußern, wie es jetzt mit der Bürgerinitiative weitergeht.

Pächterfamilie Kuchnia fühlt sich ungerecht behandelt

Was bei der Besichtigung aber klar deutlich wurde, ist das angespannte Verhältnis der Mitglieder der Bürgerinitiative und der ehemaligen Pächterfamilie Kuchnia. „Ich finde das maßlos traurig und unverschämt“, sagt Silvia Kuchnia gegenüber Unna24. Ihre Familie habe 16 Jahre gekämpft, anscheinend nur um sich jetzt den Unmut aller Leute zuzuziehen. „Das haben wir nicht verdient“, sagt sie weiter.

Die ehemalige Pächterin berief sich damit auf diverse Vorwürfe, die in den vergangenen Wochen ihre Runden vor allem bei Facebook gemacht haben. Angefangen beim Vorwurf, sie würden das Mobiliar der Halle verhökern über persönliche Beleidigungen und Bedrohungen war alles dabei.

Andreas Pietsch versuchte, diese Vorwürfe zu entkräften: „Ich zolle Familie Kuchnia hohen Respekt“, sagte er.

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