Freitag, 20. April 2018

Eine mehr als 150 Jahre andauernde Ära geht 2018 zu Ende. Doch die Erinnerung an Zechen, Kohle und Bergmänner lebt in der Kultur des Ruhrgebietes weiter. Im Lichtkunstmuseum in Unna startet im Mai eine Ausstellung über diesen Industriezweig.

Was hat Bottrop im westlichen Ruhrgebiet mit Unna zu tun? Eigentlich nicht viel. Fast 60 Kilometer und zwei Autobahnen liegen zwischen den Orten. Doch der Bergbau hat beide Städte geprägt und in diesem Jahr schließt mit Prosper-Haniel in Bottrop die letzte Zeche. In Unna startet am 6. Mai zudem die Ausstellung „Kunst & Kohle – Down Here – Up There“ im Internationalen Museum für Lichtkunst.

In Bottrop ist Schluss mit dem Bergbau


Bei diesem Ausstellungsprojekt der Ruhrkunstmuseen geht es um den für das Jahr 2018 geplanten Kohleausstieg im Ruhrgebiet. Dieser Zweig der Schwerindustrie prägte in den letzten 150 Jahren die Städte zwischen Bottrop und Unna. Wir erinnern uns noch an das Jahr 2010, in dem gelbe Ballons im Rahmen der Kulturhauptstadt in der Luft schwebten. Ein gelber Ballon symbolisierte eine Zeche.

Diese „Kumpel“ fahren unter Tage auf der Zeche Prosper-Haniel in Bottrop. In diesem Jahr ist Schluss mit dem Steinkohlebergbau. Foto: Felix Heyder/dpa

Das Jahr 2018 bringt erneut zahlreiche Veranstaltungen und Ausstellungen, die sich mit dem Thema Steinkohlebergbau im Ruhrgebiet auseinandersetzen. Beim Ausstellungsprojekt „Kunst & Kohle – Down Here – Up There“ machen neben dem Internationalen Lichtkunstmuseum in Unna noch 16 weitere Museen im ganzen Ruhrgebiet mit. Vom 6. Mai bis 16. September zeigen diese Museen künstlerische Positionen, die sich auf unterschiedlichste Art und Weise mit dem Thema „Kohle“ auseinandersetzen.

In Unna beleuchtet das Lichtkunstmuseum den Bergbau

Doch wie gelingt die Verbindung zwischen der in Unna ansässigen Lichtkunst und der Kohle? Das Lichtkunstmuseum hat sich dieser Problematik angenommen. Denn immerhin war es „unter Tage“ dunkel. Zu den großen Zeiten des Bergbaus hat der Kohlenstaub zusätzlich den Himmel über dem Ruhrgebiet verdunkelt. In der Nacht jedoch waren die Fördertürme durch die Laternen und Lampen auf dem Zechengelände erleuchtet.

Die Ausstellung „Down Here – Up There“ beleuchtet die Geschichte des Ruhrgebiets durch vielfältige Perspektiven und durch die differenzierte Verwendung von Licht. Auf die Besucher warten schlichte Neonröhren, Videoloops und farbige Leuchten. Wie die Verbindung zwischen Steinkohlebergbau und Lichtkunst genau in Szene gesetzt wird, können Besucher ab dem 6. Mai bestaunen.

Drei Künstlerinnen – Diana Ramaekers und Dorette Sturm aus den Niederlanden sowie Nicola Schrudde aus Deutschland – haben die Ausstellung gestaltet.

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