Sonntag, 20. Mai 2018

Wenig Teams, wenig Mitglieder. Laut der nackten Zahlen der Verwaltung droht den Vereinen TuS Alte Heide 29/49 und Blau-Rot Billmerich 1912 die Schließung der Sportplätze. Die SPD hat nun mit den Vereinsvertretern gesprochen und hat sich vor Ort ein Bild von der Situation gemacht. 

Rund 3,5 Millionen Euro muss die Verwaltung der Stadt Unna bis 2020 einsparen, um einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen. Dafür wurde eine Haushaltskommission eingerichtet, die in den vergangenen Monaten an Lösungen gearbeitet hat. Die Verwaltung hat den Fraktionen mehrere Möglichkeiten vorgelegt, wie Unna sparen könnte. Sie nannte auch die Schließung der Fußballplätze der in Alte Heide und Billmerich. Dabei hat sie sich allerdings offenbar nur von nackten Zahlen leiten lassen und nicht die Meinungen der Menschen berücksichtigt – meint zumindest die SPD.


In den Gedankenspielen der Vertreter der Haushaltskommission war eine Schließung der Sportplätze Alte Heide und Billmerich verankert. Doch eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Im Gegenteil. Die SPD hat nun Gespräche mit den Vereinen aufgenommen. Gibt es Hoffnung?

Nackte Zahlen und die Situation vor Ort

SPD-Fraktionsvorsitzender Volker König erklärt das Vorgehen: „Wir haben das erst einmal unter Ausschluss der Öffentlichkeit besprochen. Nüchtern und von den Zahlen her kamen dann Billmerich und Alte Heide auf den Tisch. Wenig Mannschaften, wenig Mitglieder – könnte also weg. Das kam dann im Zuge der Ratssitzung auch an die Öffentlichkeit, sodass sich die Vereine gemeldet haben. Aus dem Grund wollten wir uns dann erst einmal die Geschichte der Menschen anhören.“ Die SPD meldete vor der Ratssitzung Ende April Beratungsbedarf an.

Volker König teilte gegenüber Unna24 mit, dass er sich sowohl mit Vereinsvertretern von Alte Heide als auch mit der Vorsitzenden von Blau-Rot Billmerich 1912 gesprochen hat. Das Treffen mit Anke Clausmeier, der 1. Vorsitzenden (und anderen Vereinsvertretern) von Blau-Rot Billmerich 1912 fand am vergangenen Montag (14. Mai) statt. „Es ist eine Sache über Zahlen und Statistiken zu entscheiden. Es ist aber eine andere Sache, sich die Geschichte der Menschen anzuhören und dann eine Entscheidung zu treffen“, sagt König.

„Wollen das Waldstadion erhalten!“

Die Zielsetzung der Vereinsvertreter von Billmerich ist klar: Sie wollen das Waldstadion erhalten. „Wir haben eine Spielgemeinschaft in der Jugend mit Rot-Weiß Unna, wir haben das Vereinsheim bis 2029 gepachtet und wir haben ein funktionierendes Vereinsleben. Für Billmerich ist der Platz im Wald der Mittelpunkt des Dorflebens“, sagt Clausmeier gegenüber Unna24

„Ich wusste nicht, dass es sich um den Mittelpunkt des Dorflebens handelt. Die Info habe ich erst einmal sacken lassen“, sagt König. Anke Clausmeyer war über die Gespräche mit Vertretern der SPD erfreut. „Wir versuchen Lösungen zu finden, damit der Platz erhalten bleibt“, sagt sie. Doch wie könnten Lösungen aussehen? Darüber will sich die SPD Gedanken machen.

Übernimmt Billmerich Leistungen von der Stadt?

Der Verein hat angeboten, Leistungen selber zu übernehmen. Das kann vom Mähern des Rasens bis zur Pflege des Vereinsgeländes vieles sein. Bis zum Jahr 2021 läuft der Pachtvertrag. „Wir könnten schauen, wie viel Billmerich selber übernehmen kann und inwieweit das dann dem Haushalt hilft“, sagt König.

Auch mit Vertretern vom TuS Alte Heide gab es Gespräche. Hier ist es allerdings eine andere Geschichte. Der Verein hat nur noch zwei reguläre Teams. Ein Umzug nach Königsborn steht im Raum.

Weniger Hoffnung für Alte Heide?

Die Grünen hatten die SPD im Rahmen der Ratssitzung Ende April kritisiert. König wollte nicht direkt darauf eingehen. „Ich denke, dass andere Meinungen – in dem Fall die Meinungen der Vereine – so wichtig sind, dass man darüber nachdenken muss.“ Eine endgültige Entscheidung, wie und ob es mit den Sportplätzen Alte Heide und Billmerich weiter geht, wird wohl im Juni fallen.

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