Sonntag, 25. Februar 2018

Was macht man, wenn man kein gutes Image hat und es verbessern möchte? Richtig, man startet eine Image-Kampagne. Das Ruhrgebiet mit seinen über 5 Millionen Einwohnern hat das leider immer noch nötig. „Metropole Ruhr  – Stadt der Städte“ heißt die Kampagne, bei der nach und nach alle 53 Städte des Ruhrgebiets auf breiter Plattform vorgestellt werden. Nach Essen und Witten ist kürzlich Unna in den Fokus des Interesses gerückt.

„Es hat noch was Uriges, viele Fachwerkhäuser, viele inhabergeführte Geschäfte, keine Hektik“, sagt ein Mann mit Bart und Halbglatze im Image-Video der Metropole Ruhr. Er ist Verkäufer in einem Geschäft für Rattankörbe, Besen, Bürsten und andere praktische Dinge. Eine Frau sagt: „Es ist eine Mischung aus Stadt und Land“. Diese Menschen sprechen über Unna, ihre Heimat oder Wahl-Heimat.

Zu sehen ist das Zwei-Minuten-Video auf der Homepage der Image-Kampagne für die Metropole Ruhr. Der Spot wird deutschlandweit verbreitet, auf dass Investoren, Besucher, Unternehmer, Fachkräfte und Studierende angezogen werden. Und: Die Menschen, die hier schon leben, sollen „einen Grund mehr haben, stolz auf ihr Ruhrgebiet zu sein“, wie es auf der Homepage der Kampagne heißt. Nach und nach stellen die Macher weitere Städte des Ruhrgebiets in den Fokus. Nach Essen und Witten ist jetzt Unna dran.

Hier ist das Video über Unna, das kürzlich im Rahmen der Kampagne veröffentlicht wurde.

Im Beschreibungstext zum Video kommt dann so ziemlich alles zur Sprache, was Unna in einem guten Licht dastehen lässt. Guter Autobahnanschluss, Nähe zu den Großstädten im Ruhrgebiet, die schöne Altstadt und das gute Erholungsangebot werden erwähnt. Denn: In einer Analyse vor dem Start der Kampagne stellte sich heraus, dass das Ruhrgebiet in der Außendarstellung als wenig jugendlich, dynamisch und innovativ wahrgenommen wird. Diesen Eindruck soll die Kampagne korrigieren.

Unna als Zentrum für mittelständische Unternehmen

Unna als starkes Dienstleistungszentrum mit vielen mittelständischen Unternehmen: So will man unsere Stadt also nach außen darstellen. Auch die Bildungsmöglichkeiten in Unna werden in der Kampagne beworben: Unnas Schulen mit der „hochmodernen IT-Infrastruktur“ und dem „drahtlosen Computernetz“ sollen Eindruck hinterlassen – naja.

Der Marktplatz von Unna trägt zur urigen Atmosphäre der Altstadt bei. Foto: Bianca Hoffmann/Unna24

Ein wirkliches Pfund für das Ruhrgebiet ist tatsächlich Unnas Altstadt – die natürlich auch in der Kampagne erwähnt wird. Der historische Stadtkern der alten Hansestadt locke nicht nur mit „seinen Sehenswürdigkeiten und restaurierten Fachwerkhäusern sowie der gotischen Stadtkirche aus dem 14. Jahrhundert“, sondern auch durch die „optimale Mischung aus großformatigen Filialisten und inhabergeführtem Einzelhandel“. Kann man tatsächlich so stehen lassen. Auch wenn das junge Volk nach Dortmund fährt, wenn es der ganz große Einkauf sein soll. Aber damit will sich Unna ja auch nicht messen.

Zu guter Letzt das kulturelle Angebot der Stadt: Festa Italiana, Kulturzentrum Lindenbrauerei, Erich-Göpfert-Stadthalle – und natürlich das Zentrum für internationale Lichtkunst. Am Ende soll klar werden: Eigentlich ganz cool, unser kleines und bescheidenes Unna.

Info: Hinter der Kampagne „Stadt der Städte“ stecken die Agentur „Thjnk“ aus Hamburg und TAS Emotional Marketing aus Essen, die Videos und Texte im Auftrag des Regionalverbandes Ruhr (RVR) erstellt haben. Die Kampagne ist zunächst für die Jahre 2017 bis 2019 angelegt. Zehn Millionen Euro hat der RVR dafür zur Verfügung gestellt. 

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