Sonntag, 20. Mai 2018

An der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Lünen hat am Dienstagmorgen (23. Januar) ein 15-jähriger Lünener einen 14-jährigen Mitschüler getötet. Die Tat geschah laut Polizei um kurz nach 8 Uhr.

Update, 24. Januar, 15.05 Uhr: Mittlerweile wurde der 15-jährige Tatverdächtige der Haftrichterin vorgeführt. Diese erließ entsprechend dem Antrag der Staatsanwaltschaft Untersuchungshaftbefehl wegen Mordes. Somit muss der Schüler in Untersuchungshaft. Er sei bislang durch eine Sachbeschädigung polizeilich bekannt geworden, schreiben die Beamten in einer Pressemitteilung.


Auch der Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange zeigte sich am Mittwoch tief betroffen: „Die tragische Tat eines minderjährigen Schülers hat auch mich erschüttert.“ Seine Gedanken seien bei Familie und Freunden des Opfers sowie Mitschülern und Lehrern. Er sagte den Betroffenen weitere Unterstützung zu, warnte aber gleichzeitig vor Spekulationen: „Bitte: Räumen Sie den Familien, Mitschülern, Lehrern und allen Mittrauernden Raum und Zeit zur Trauer ein. Zeigen Sie Ihren Respekt!“

Opfer soll Täter provoziert haben

Update, 20.11 Uhr: Wie die Polizei nun mitteilt hatte der beschuldigte Schüler zusammen mit seiner Mutter am Dienstag einen Termin bei der Sozialarbeiterin der Schule. Diese hatte den polizeibekannten 15-Jährigen bereits als „aggressiv und unbeschulbar“ ein. Deshalb habe er zwischenzeitlich eine andere Schule besucht, sollte nun aber wieder auf die Käthe-Kollwitz-Gesamtschule gehen.

Als er mit seiner Mutter wartete, soll das spätere Opfer beide mehrfach mit Blicken provoziert haben. „Dadurch fühlte sich der 15-Jährige derart gereizt, dass er seinen Mitschüler mit einem Messer in den Hals gestochen habe“, beschreibt die Polizei die ersten Ermittlungsergebnisse. Es habe bereits vorher Streit zwischen den beiden Schülern gegeben. Ob dieser der Auslöser für die Tat gewesen ist, werde nun untersucht.

An der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule hat am Dienstagvormittag (23. Januar) ein 15-Jähriger einen Schüler erstochen. Foto: WM Media

Die Obduktion habe ergeben, dass das Opfer durch den Stich in den Hals getötet wurde. Das Messer fanden die Beamten am Tatort. Der 15-Jährige soll am Mittwoch (24. Januar) dem Haftrichter vorgeführt werden.

Die Eltern des 14-jährigen Opfers werden unterdessen von der Opferschutzdienststelle der Polizei Dortmund betreut.

Update, 16.48 Uhr: Wie die Deutsche Presseagentur berichtet, hat das Kabinett der NRW-Landesregierung des 14-Jährigen, dessen Familie und der Schulgemeinschaft am Dienstag mit einer Schweigeminute gedacht. „Es ist die schrecklichste Vorstellung, die man als Eltern haben kann: Das eigene Kind verlässt das Haus und kommt nicht wieder“, sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU).

Die Internetseite der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule ist derweil in Schwarz getaucht. In einem Text fasst die Schulleitung ihre Erschütterung und Trauer in Worte und äußert ihr Mitgefühl. Trotz der Tat soll der Unterricht am Mittwochmorgen um 8.15 Uhr beginnen und regulär enden.

„Den unterrichtlichen Rahmen möchten wir als Schulgemeinde nutzen, um gemeinsam das Erlebte und Geschehene aufzuarbeiten“, schreiben Schulleitung und Kollegium. Vertraute Schulstrukturen seien für die Kinder jetzt wichtig. Schulpsychologen und Seelsorger stünden jederzeit zur Verfügung.

Erstmeldung: Tatverdächtiger und Opfer waren nach Angaben der Polizei Schüler der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule. Für Ermittlungen hat die Dortmunder Polizei eine Mordkommission eingerichtet. Motiv und genauer Tathergang sind derzeit noch unklar. Der Täter wurde allerdings gefasst.

Laut unbestätigten Informationen soll der Täter den Mitschüler mit einem Messer erstochen haben.

Hier sind 18 Bilder vom Tatort:

Seelsorger vor Ort

Vor Ort betreuen Seelsorger Angehörige, Schüler und Lehrer der Schule.

So sah es gegen 9.30 Uhr an der Gesamtschule aus. Foto: WM Media

Schweigeminute am Mittwoch um 12 Uhr

Lünens Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns hat sich laut der Deutschen Presseagentur „entsetzt und fassungslos“ über die tödliche Gewalttat an einer Gesamtschule in seiner Stadt gezeigt. „Diese schreckliche Tat macht mich tief betroffen. Unser tiefes Mitgefühl und unsere Anteilnahme gelten der Familie des Opfers“, teilte Frauns auf der Internetseite der Stadt mit.

„Unsere Gedanken sind aber auch auf die Schulgemeinde gerichtet. In diesen schweren Stunden sind wir für sie da. Es gibt keine Worte, die Trost spenden können. Aber wir werden zeigen, dass wir in Lünen in solchen Situationen zusammenstehen“, hieß es weiter. Frauns kündigte für diesen Mittwoch um 12 Uhr eine Schweigeminute in allen Schulen und im Lüner Rathaus an.

Die Schüler seien derzeit in der Schule sicher, die Polizei sei dort im Einsatz. Eltern, die ihre Kinder von Schule abholen wollen, sollten einen Personalausweis mitbringen. Es finde an der Gesamtschule am Dienstag kein Unterricht mehr statt.

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