Dienstag, 21. November 2017

Bekannt ist Klaus-Peter Wolf für seine Ostfriesen-Krimis. Millionen hat er davon bereits verkauft. Und er taucht damit regelmäßig in der Spiegel-Bestsellerliste auf. An diesem Wochenende hat sich der gebürtige Gelsenkirchener in Unna umgesehen. Für einen „Mord am Hellweg“-Sammelband will er über die Stadt einen Kurzkrimi schreiben. Wir haben den Erfolgsautoren getroffen und ihn gefragt, welche Schauplätze er für seinen Krimi gewählt hat.

Dass in Unna Europas größtes internationales Krimi-Festival stattfindet, braucht man hier niemanden mehr sagen. Zu „Mord am Hellweg“ kamen schon die ganz Großen der Branche, wie Jussi Adler-Olsen oder Simon Beckett. Und ja, auch Klaus-Peter Wolf war schon dabei.

Bestseller-Autor Klaus-Peter Wolf schreibt eine Geschichte für die Anthologie des Krimiestivals „Mord am Hellweg“: Foto: Daniele Giustolis/Unna24

Traditionsgemäß gibt das Festival eine Art Sammlung von Kurzkrimis heraus, eine Anthologie. Krimiautoren werden damit betraut, über Städte der Hellweg-Region einen Kurzkrimi zu schreiben. Hans-Peter Wolf darf über Unna schreiben.

Unna? Mord? Ja, es wird geschehen. Und Wolf weiß auch schon wie. „Ich habe schon einen Plan im Kopf und eigentlich mehr Material, als ich brauche“, sagt der Wahl-Ostfriese. Unna scheint also ein gutes Pflaster für Krimiautoren zu sein.

Wolf mag die Architektur in Unna

Am Freitag traf Wolf zu Recherchezwecken in Unna ein, ließ sich am Samstag durch die Stadt führen und machte sich dabei seinen ganz eigenen Eindruck. Eines ist dem erfolgreichen Autoren in Unna schnell aufgefallen: die Architektur. „Ich mag das Mittelalterliche im Neuen“, sagt Wolf.

Erste Schauplätze für den Krimi – so viel sei verraten – hat er sich auch schon angeschaut. Etwa das Café Waffelstübchen hinter der Evangelischen Stadtkirche. „Während ich da saß und meine Waffel aß, habe ich mir vorgestellt, was da passieren könnte“. Was das genau ist, will der Autor natürlich noch nicht verraten. Er lacht jedenfalls verschmitzt.

Das Neue im Mittelalterlichen – das mag Autor Klaus-Peter Wolf. Foto: Dennis Liedschulte/Unna24

Bis Ende März 2018 hat Wolf jetzt Zeit, die etwa 10 bis 15 Seiten Krimi über Unna zu schreiben. Ein Mord ist Pflicht. Nach oben gibt es kein Limit.

Und so könnte es sein, dass der kleine Schmuckladen im Nikolaiviertel zum Tatort wird – oder aber das Zentrum für Lichtkunst. Denn all diese Orte sah sich Wolf auf seiner dreitägigen Recherchereise an. Kessebüren gehörte übrigens auch dazu. Dabei ging er auf Unnaer zu, fragte sie ganz gezielt aus, sammelte Detailinformationen. Denn das, was im Krimi passiert, soll möglichst echt wirken. Für seine Ostfriesenkrimis nutzt Wolf sogar als Vorlage sein eigenes Haus, um im Buch das Haus der Kommissarin haargenau beschreiben zu könne, keine Fehler zu machen.

Notizen mit dem Füller

Erstaunlich: Bevor Wolf nach Unna kam, hatte er noch keinen Plan, was er für einen Krimi über Unna schreiben würde. Er steckt mitten in den Arbeiten für seinen neusten Ostfriesen-Krimi. Die Notizen schreibt er sich übrigens akribisch mit einem Füller in ein kleines Notizbüchlein. Ein, zwei Tage brauchte es also nur, da hatte Wolf den Plott für den Unna-Krimi grob im Kopf.

Ein Krimi in Unna – sorgt das nicht für ein negatives Image der Stadt? Wer das glaubt, täuscht sich. Orte, die Wolf in seinen millionenfach verkauften Büchern zum Krimischauplatz macht, werden später mal zu Wallfahrtsorten der Lesermassen. „Die Bücher werden für manche Städte also zum richtigen Wirtschaftszweig, hat mir ein Bürgermeister einer Stadt im Norden mal gesagt.“

Gut möglich also, dass die Waffelbäckerin aus Unna sich im Herbst 2018 vor Neukunden kaum mehr retten kann. Dann nämlich erscheint die Anthologie mit den vielen Krimi-Kurzgeschichten. Fragt sich nur, wer am Ende der Mörder ist.

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