Sonntag, 25. Februar 2018

Sturm Friederike zerstörte eine Fiale der Stadtkirche in Unna. Was das bedeutet, lässt sich erst nach und nach absehen. Mit der Untersuchung der Fassade ist jetzt die nächste böse Überraschung aufgetaucht. Klar ist: Die Sanierung wird eine siebenstellige Summe verschlingen. 

Die Evangelische Kirche in Unna muss gleich den nächsten Schock verarbeiten. Das Gewölbe der Kirche, auf das die Fiale bei Sturm Friederike gefallen ist, bleibt weiter einsturzgefährdet. Außerdem hat sich gezeigt, dass auch die Fassade saniert werden muss. Die Kosten steigen und steigen.

Während die durch den Sturm verursachten Schäden von der Versicherung gedeckt werden, muss die Kirche die Sanierung der Fassade selbstständig stemmen. „Ein siebenstelliger Betrag ist wahrscheinlich“, sagt Dietrich Schneider vom Kirchenkreis Unna. Die Fugen, Steinverbindungen sowie die Übergänge der Materialien weisen Schäden auf.

Fassade muss umfangreich saniert werden

„Vor zehn Jahren hat es schon einmal eine kleine Sanierung gegeben und jetzt ist die große dran“, sagt Christoph Schulte, Abteilungsleiter Bau und Liegenschaften beim Kirchenkreis Unna. Das sei an sich nichts Außergewöhnliches. Bei einem so alten Gebäude muss immer wieder saniert und instandgehalten werden.

Die Stadtkirche wurde von Sturm Friederike härter getroffen als gedacht. Foto: Bianca Hoffmann/Unna24

Ohne Sturm Friederike wären die Schäden an der Fassade aber wohl nicht so schnell aufgefallen. Denn die gesamte Fassade wurde im Zuge der noch laufenden Notrettung einmal komplett abgesucht. Das Hauptaugenmerk bleibt momentan aber auf den Sturmschäden.

Zurzeit werden im Inneren der Kirche die Kanzel sowie die Orgel eingepackt. So sollen sie vor Staub geschützt werden, um auch nach der aufwändigen Sanierung einsatzbereit zu sein. Zusätzlich wurde das noch immer einsturzgefährdete Gewölbe von außen mit einem Gerüst abgesichert. Im Inneren hat es ebenfalls einen Staubschutz erhalten.

Besondere Bauweise sorgt für besondere Probleme

Um zu verstehen, was genau kaputt ist, muss man in die Baugeschichte der Kirche schauen. Damals wurden die so genannten Rippen (das sind die sichtbaren Steinträger) zuerst gebaut und durch den Schlussstein miteinander verkeilt. Im Anschluss daran haben die Arbeiter die Zwischenräume zugemauert. Drei der vier Rippen des betroffenen Gewölbes sind gebrochen.

Eine solche „Fiale“ ist beim Sturm zu Bruch gegangen. Foto: Evangelischer Kirchenkreis Unna

Es kann jederzeit passieren, dass es einstürzt. Wie es gerettet werden kann, wird zurzeit erarbeitet. Das ist allerdings erst möglich, wenn die so genannte Notsicherung vollendet ist. Dazu gehört das Gerüst von Außen, aber auch Dinge wie die „festgebundenen“ Wasserspeier auf dem Dach des Turms.

Notsicherung ist bald abgeschlossen

Die Notsicherung soll in Kürze fertiggestellt sein. In Kürze bedeutet dabei in ein paar Tagen oder höchstens in ein oder zwei Wochen. Danach wird ein Sanierungsplan erarbeitet. Eines ist aber schon jetzt sicher: „Bis zum Stadtfest sind wir nicht fertig“, so Pfarrerin Barbara Dietrich.

Der Kirchenplatz wird weiterhin zumindest teilweise gesperrt sein. Die Pfarrerin erlebt in ihrer täglichen Arbeit, was die Stadtkirche den Menschen bedeutet. „Ich spüre in der Bevölkerung eine große Anteilnahme aller Konfessionen und auch konfessionslosen Menschen“, sagt Dietrich, „das freut mich auch immer, wenn die Leute das zum Ausdruck bringen.“

Ohne Spenden geht es nicht

Es zeichnet sich allerdings auch immer mehr ab, dass nur nette Worte auf Dauer nicht ausreichen werden. Christoph Schulte vom Kirchenkreis sagt: „Wir brauchen die ganze Stadt, um das zu schaffen.“ Bevor jetzt aber die Menschen mit Schippe und Schubkarre an der Kirche stehen – die Kirche freut sich über Geldspenden.

Es gibt zwar Förderungsmöglichkeiten für die Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden und auch Stiftungen, das wird aber nicht ausreichen. Ohne Spenden geht es nicht. Deshalb hat die Kirchengemeinde zwei Konten eingerichtet, auf die Geld überwiesen werden kann. Und auch der Förderverein zur Erhaltung der Stadtkirche hat die Unterstützung zugesagt.

In zwei Wochen treffen sich außerdem alle Verantwortlichen, um zu überlegen, welche Aktionen es für die Stadtkirche geben wird. Die Ideen reichen da von Benefizveranstaltungen über Crowdfunding bis hin zum fiktiven Verkauf von Plätzen in der Kirche.

Auf diese Konten könnt ihr Geld überweisen, dass bei der Sanierung eingesetzt wird: 

  • Evangelische Kirchengemeinde Unna bei der Sparkasse Unna: DE27 4435 0060 1000 4233 82
  • Evangelische Kirchengemeinde Unna bei der Volksbank Unna: DE73 4416 0014 6459 8902 01
  • Förderverein zur Erhaltung der Stadtkirche hat sein Konto bei der Volksbank Unna: DE28 4416 0014 4202 3489 01

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