Montag, 24. September 2018

So langsam wird es ernst in Sachen A40-Ausbau zwischen der Stadtkrone-Ost und dem Kreuz Dortmund/Unna. Die ersten vorbereitenden Arbeiten haben längst begonnen, in diesem Frühjahr geht es dann ans Eingemachte. Für Nutzer der B1 sind Staus programmiert – und die eine oder andere Vollsperrung. Wir klären alle wichtigen Fragen.

Was wird grob gemacht?

Auf einer Länge von 9,5 Kilometern wird die B1 zwischen der Stadtkrone-Ost in Dortmund und dem Kreuz Dortmund/Unna (A1) ausgebaut. An der nördlichen Fahrbahnseite werden etwa drei bis vier Meter Fahrbahn angebaut. Den dadurch entstehenden Platz nutzt man, um die Anzahl der Fahrstreifen zu erhöhen. Heißt: Die Fahrbahn wird künftig drei Fahrspuren je Fahrtrichtung haben. Im Zuge des Ausbaus müssen zwölf von 14 Brücken erneuert werden.


Die DEGES Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH ist eine Projektmanagementgesellschaft für Verkehrsinfrastrukturprojekte, zu denen Straßen-, Schienen- oder Wasserstraßenprojekte zählen. Sie wurde 1991 vom Bund und den fünf neuen Bundesländern (Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen) gegründet. Inzwischen sind weitere sieben Bundesländer als Gesellschafter beigetreten, darunter seit 2014 auch Nordrhein-Westfalen. Hauptsitz der DEGES ist Berlin.

Die DEGES plant und realisiert im Auftrag ihrer Kunden Aus- und Neubauten von Bundesfernstraßen, Brücken und Tunneln bis zur Verkehrsfreigabe. Dafür koordiniert, optimiert und kontrolliert sie die Leistungen externer Planer, Grunderwerber, Bauüberwacher, Bauunternehmen und sonstiger ausgewählter Dienstleister.

Insgesamt ist die DEGES für den Aus- und Neubau von mehr als 2.300 Kilometer Bundesfernstraßen mit einem Auftragsvolumen von über 22 Milliarden Euro verantwortlich. Über 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten heute bei der DEGES und sind Spezialisten für alle planerischen, technischen, rechtlichen und kaufmännischen Fragen rund um den Aus- und Neubau von Bundesfernstraßen, Brücken und Tunneln.

Im Auftrag des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen realisiert die DEGES derzeit in Nordrhein-Westfalen neun Straßenbauprojekte.

Warum wird wird A40 ausgebaut?

Die Planer sagen für die Zukunft mehr Verkehr zwischen Unna und Dortmund voraus. Um Staus zu verhindern, muss die Autobahn ausgebaut werden. Außerdem wird durch den Ausbau der Anschluss zu den Autobahnen A1 und A2 verbessert. Und: Dortmund, Holzwickede und der Flughafen sind künftig durch die ausgebaute Autobahn besser vernetzt. Davon sollen auch Berufspendler und Wirtschaftsverkehre profitieren.

Wie sieht der Zeitplan aus?

  • Seit 2016 ist das Planfeststellungsverfahren beendet, der Ausbau rechtlich in Stein gemeißelt.
  • Ende 2017 haben erste vorbereitende Arbeiten stattgefunden.
  • In diesem Frühjahr (2018) beginnen dann die Arbeiten am ersten Bauabschnitt zwischen der Marsbruchstraße auf Dortmunder Stadtgebiet und der Kurzen Straße in Höhe Holzwickede (Flughafen) – und zwar mit dem Neubau der Brücke an der Anschlussstelle Sölde.

Im Zuge des Ausbaus der B1 zur A40 muss auch die Brücke an der Anschlussstelle Sölde ersetzt werden. Grafik: Deges

So soll die neue Brücke in Sölde aussehen. Das Design orientiert sich an einer vorgegebenen Linie, wie sie entlang der A40 eingehalten wird. Grafik: Deges

  • Wann die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt beginnen, ist nicht abschließend geklärt. Die Planer von Deges müssen hier noch abwarten, was aus dem Planfeststellungsverfahren für den Neubau der L 677 n (Ortsumgehung Holzwickede) wird. Hierbei handelt es sich um den östlichsten Abschnitt von der Kurzen Straße in Holzwickede bis kurz vor dem Kreuz Dortmund/Unna.
  • Ganz am Ende, etwa ab 2022, startet der Bau am dritten und damit letzten Abschnitt in Dortmund zwischen Stadtkrone Ost und Marsbruchstraße.
  • 2023 will man mit dem kompletten Ausbau der A40 dann fertig sein – so alles seinen geregelten Lauf nimmt.

Das sind die einzelnen Bauabschnitte im Detail. Grafik: Deges

Mit welchen Einschränkungen muss man im Verkehr rechnen?

Um Vollsperrungen kommen die Planer und Bauer nicht herum. „Es wird wohl etwa fünf Vollsperrungen geben, die aufgrund von Brückenbauten unvermeidlich sind“, kündigt Michael Zarth, Leiter Kommunikation der Planer von Deges an. Diese würden dann jeweils an Wochenenden stattfinden. Für die Zeit der restlichen Bauarbeiten soll die Autobahn aber immer für den Verkehr befahrbar sein, allerdings mit weniger Fahrspuren pro Fahrtrichtung.

Was ist mit Lärmschutz?

Entlang der 9,5 Kilometer langen Strecke soll es Lärmschutzwände geben, die zwischen drei und 12 Metern hoch sind. „Mit dem Einbau beginnen wir, bevor wir überhaupt etwas an der Straße machen“, sagt Karl-Heinz Aukschun, Abteilungsleiter der Deges in NRW. Spannend wird es im Bereich Stadtkrone-Ost. Hier gab es in der Vergangenheit Spannungen mit der Stadt. Es ging um Kritik am Bau von Lärmschutzwänden, die eine repräsentative Einfahrt in die Innenstadt von Dortmund verhindern würden. Jetzt soll entlang der künftigen A40 eine Bürohaus-Meile entstehen, die dann statt der Lärmschutzwände den Lärm der Autobahn absorbiert. Ein paar Bürogebäude stehen ja schon an der jetzigen B1.

Neben der Lärmschutzwände bekommt der künftige A40-Abschnitt sogenannten Flüsterasphalt, die Brücken bekommen lärmmindernde Fahrbahnübergänge.

Hier werden künftig Lärmschutzwände errichtet. Grafik: Deges

Welche Geschwindigkeit soll auf dem Abschnitt gelten?

Bislang gehen die Planer davon aus, dass es bei einer Richtgeschwindigkeit von 130 Kilometer pro Stunde bleibt. „Das muss aber am Ende die Verkehrsbehörde der Bezirksregierung klären“, sagt Deges-Abteilungsleiter Karl-Heinz Aukschun. Bei der Frage der Geschwindigkeit geht es auch um das Thema Lärmschutz und um die des Verkehrsaufkommens: Umso langsamer der Verkehr ist, desto leiser ist es und desto weniger Stau droht.

Mit 130 durch die Stadt? Auf der künftigen A40 könnte in Zukunft diese Richtgeschwindigkeit gelten. Foto: Michael Neuhaus

Was passiert mit den Tankstellen auf dem 9,5-Kilometer-Abschnitt

Die Shell-Tankstelle am Westfalendamm, die Westfalen-Tankstelle (in Dortmund-Sölde) und die Esso-Tankstelle in Holzwickede sind in Zukunft nicht mehr von der A40 aus erreichbar. Sie können nur noch von der Stadt aus angefahren werden. Laut Planer ließ sich das im Zuge des A40-Ausbaus nicht verhindern. Esso und Westfalen haben dagegen geklagt. Die Deges sieht die Daseinsvorsorge an Tankstellen trotz der Maßnahme gewahrt, zumal laut Aukschun „jede Tankstelle auf einer Autobahn auch Störung im Straßenbahnverkehr bedeutet.“

Was kostet der Ausbau der A40?

Aktuell liegen die berechneten Kosten bei 110 Millionen Euro. Sie werden vom Bund getragen. Schwierig zu sagen, ob diese Zahl am Ende eingehalten werden wird. „Sagen Sie mir, wie die Gehälter in zehn Jahren sind und ich sage Ihnen, wie sie die Kosten für solch ein Projekt entwickeln“, sagt Udo Pasderski, Bereichsleiter der Deges in NRW. Heißt: Die 110 Millionen Euro sind alles andere als in Stein gemeißelt.

Info: Noch mehr Infos zum Ausbau der B1 zur A40 bekommt ihr auf der Homepage der Deges unter diesem Link.

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