Montag, 24. September 2018

Raus aus dem Keller, rauf auf den Radweg. Die ersten sonnigen Tage im Jahr sind passé. Doch es geht noch weiter. Mit der zweiten Maihälfte und den Sommermonaten Juni, Juli und August warten die besten Wochen zum Radfahren auf die Radler im Kreis Unna.

Die einen hat es im März und April auf das Radfahr-El-Dorado Mallorca gezogen, die anderen haben schon eine Radwanderung an Rhein, Mosel oder Donau für den Sommer 2018 geplant. Doch auch die Radler, die daheim im Kreis Unna bleiben, erwartet ein gut ausgebautes und ausgeschildertes Radwegenetz von Selm bis Schwerte. Ja, der Kreis Unna ist „freundlich zu seinen Radfahrern“.


Die einzelnen Städte haben an der einen oder anderen Stelle für den alltäglichen Radverkehr noch Nachholbedarf. Die Diskussionen, wie die Situation für Berufspendler auf zwei Rädern besser werden kann, laufen. Ein Projekt dabei ist der RS1, der von Duisburg nach Hamm auch durch den Kreis (Unna, Kamen, Bergkamen) führt.

Auf dem Freizeitsektor ist der Kreis Unna jedoch sehr gut unterwegs. Seit Februar 2010 ist der Kreis Unna in der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundliche Städte, Gemeinden und Kreise in NRW. Doch wo sind sie? Die besten Radwege im Kreis Unna?

Radfahren auf den Spuren der Römer

Bei der Römer-Lippe-Route handelt es sich um einen Fern(rad)wanderweg, der von Xanten nach Detmold (449 Kilometer) führt und auch durch Lünen, Bergkamen und Werne verläuft. Das Highlight ist mit Sicherheit der Römerpark Bergkamen. Dort steht eine Rekonstruktion einer Holz-Erde-Mauer. Zudem gibt es das Römermuseum. Ein Teil der Tour führt auch am Kanal entlang.

Foto: Römer-Lippe-Route

Der Ruhrtalradweg im Süden

Der Ruhrtalradweg ist insgesamt 230 Kilometer lang und führt von Winterberg, der Ruhrquelle, nach Duisburg, wo die Ruhr in den Rhein mündet. Es geht los mit der Gebirgslandschaft im Sauerland und endet mit Industriekultur. Vorbei geht es auch an Fröndenberg und Schwerte. Die beiden Städte liegen an der Ruhr direkt am Radweg. Während die Kulisse in Fröndenberg mit dem Haarstrang noch ein wenig an Sauerland erinnert, fängt es mit der Industriekultur in Schwerte so langsam an.

Foto: Ruhrtalradweg

Vom Kreis in die Börde

Der Alleenradweg (siehe Karte unten) führt von Unna-Königsborn nach Welver in den Kreis Soest. Circa 8,5 Kilometer führen an der Bahntrasse der „Westfälischen Emschertalbahn“ in Richtung Osten. In Lenningsen in einem Sonderzug übernachtete sogar einmal die englische Königin Elisabeth II. Seit 1968 führt hier ein Radweg entlang. Seit 2015 ist die Strecke asphaltiert.

Der kleine Bach Seseke

Der Kreis Unna hat im Norden Lippe und Kanal. Im Süden schlängelt sich die Ruhr durch Schwerte und Fröndenberg. Und dazwischen? Die Seseke hatte einst ein Betonbecken und war aufgrund diverser Rohrleitungen des Abwassers nicht gerade ein Anziehungspunkt für Freizeitsportler. Das hat sich geändert. Von der Quelle in Bönen über Kamen und Bergkamen bis zur Mündung in Lünen führt der Seseke-Radweg, der 25 Kilometer lang ist. Das Gute: Die Seseke ist komplett renaturiert. So erwartet Radfahrer eine reizvolle Bach- und Flusslandschaft. Die Höhepunkte der Route sind mit Sicherheit der Seepark in Lünen und die Fünf-Bogen-Brücke aus dem Jahr 1846 im Originalzustand.

Jetzt wird es sportlich

Natürlich können ambitionierte Radfahrer die vorgestellten Routen auch auf Leistung fahren. Aber sie sind vor allen Dingen bei Radwanderern sehr beliebt. Hier kommen zwei Routen (Rennrad/MTB) für diejenigen, die es etwas rasanter mögen.

Mit dem Sauerland kommt die Halde großes Holz nicht mit. Aber mit 150 Metern und einem großen Areal des Beversees nebenan kann der eine oder andere Höhenmeter geklettert werden. Die Route (siehe Karte) führt vom Parkplatz Beversee vorbei am See in Richtung Halde, zum Gipfel und zurück. Die Strecke kann aufgrund der zahlreichen Wege variiert werden.

Klettern hinauf zur Eule

In Fröndenberg steht eines der bekanntesten Radsport-Denkmäler in Deutschland. Die hölzerne Eule ist ein unter Radrennfahrern bekanntes Ziel. Der Weg von Fröndenberg hoch zur Eule beträgt 1.200 Meter und hat eine durchschnittliche Steigung von 7,7 Prozent. Maximal müssen die Beine 13 Prozent aushalten können.

1999, 2006 und 2008 war die Eule eine Bergwertung bei der Deutschland Tour. Unvergessen: Der ehemalige Unnaer Radprofi Erik Zabel erklomm die Eule 2006 und holte sich die Bergwertung. Der Haarstrang zwischen Unna und Fröndenberg eignet sich sehr gut für hügelige Touren. Ein paar Kilometer weiter fängt auch schon das Sauerland an.

Die Eule in Fröndenberg. Foto: Bubo/CC BY-SA 3.0

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