Sonntag, 23. September 2018

Ein Pink Panther, der Wum und Wendelin anmalt. Biene Maja zusammen mit Wickie und Winnie Puuh auf einem Bild: Ihre Affinität zu Comicfiguren merkt man den neuen Werken von Andrea Agner deutlich an. „Unsere Comic-Helden…nur anders“ heißt die Ausstellung, die die Künstlerin im Rahmen von „Kunststadt Unna“ vorstellt.

Der Begriff „farbenfroh“ beschreibt die Bilder wohl am besten. Zu sehen ist etwa ein gelb umrandeter Goofy. Auf einer weiteren Leinwand sind Snoopy und Tweety aus der Serie „Charlie Brown“ zu sehen, die ihr Nickerchen auf einem Jeep liegend, statt auf der bekannten Hundehütte halten.


Kunst Unna Agner Comic
Comic-Figuren vermischt mit Rock’n’Roll: Andrea Agner macht ihr Ding. Foto: Florian Forth/Unna24

Dass Agner dabei auch Figuren vermischt, ist nur eine Vorliebe, dient aber einem größeren Zweck: „Ich mache positive Kunst“, sagt sie. Wer die Bilder kauft, der soll sich daran erfreuen können. Fast könnte man meinen, die große blonde Frau mit der guten Laune könne gar nicht anders. Einen Kontrapunkt dazu setzt jedoch ein eher düsteres Schwarz-Weiß-Gemälde, das eine junge Frau zeigt.

„Da haben wir den Vogel abgeschossen“

Generell versprüht das Atelier westlich der Innenstadt aber Jugendlichkeit und gute Laune. Seit mittlerweile zwei Jahren betreibt Agner es bereits, zuvor arbeitete sie in Fröndenberg. Begrüßt wird man von Cosmo, einem gemütlichen Hund. Im Hintergrund sorgt Swing-Musik für angenehme Stimmung. Und um einen lockeren Spruch ist Agner ohnehin nicht verlegen. Der restliche Spaß hängt an den Wänden.

Während die Liebe zu Comics der Auslöser für diese Ausstellung war, dienen ihr und ihrem Lebensgefährten häufig Reisen als Inspiration und Vorlage für neue Kunst. Das kann Kuba sein oder auch Berlin. Seit einem Auslandsaufenthalt in New York Anfang der 90er-Jahre zieht es die Künstlerin zudem immer wieder in die pulsierende Metropole an der US-Ostküste. Daraus entstanden einige Street-Werke mit Spraydosen und Collagen.

Zur Eröffnung der Ausstellung lud sie 2016 einen Straßenkünstler ein. Sie hatte ihn in einer der U-Bahn-Stationen angesprochen, beide tauschten Kontaktdaten aus. Als sie ihn später fragte, ob er bei der Vernissage spielen würde, sagte er zu. Also ließ sie den Straßenmusiker kurzerhand einfliegen und vor 120 Besuchern im Atelier spielen. „Da haben wir echt den Vogel abgeschossen“, sagt Agner und lacht.

Keine elitäre Kunstgalerie

Selbstständige Künstlerin ist sie bereits seit zehn Jahren. Den Pinsel hat schon die Großmutter geschwungen, die Mutter war Kunstlehrerin. „Ich habe schon immer gemalt. Kunst macht mich glücklich“, sagt Agner. Auf einen Stil festlegen will sie sich dabei nicht, probiert lieber etwas aus – auch wenn das zu Lasten der Wiedererkennung geht. „Man muss einfach sein Ding machen“, findet die Atelierbesitzerin.

Eine elitäre Kunstgalerie wollte sie aber nicht haben, sagt Agner. Neben großformatigen Malereien und Auftragsarbeiten finden Besucher deshalb auch Mitbringsel für den kleinen Geldbeutel – etwa den Schutzesel, ein an die Symbolfigur der Stadt Unna angelehnter Glücksbringer mit Flügeln.

„KunstOrtUnna“

Die Vernissage der Ausstellung „Unsere Comic-Helden…nur anders“ soll am 18. Mai (Freitag) um 19 Uhr im Atelier (Obere Husemannstraße 1) stattfinden.

Unter „KunstOrtUnna“ präsentieren sich zahlreiche Künstler der Stadt. Hier geht es zur Facebook-Seite des Kollektivs.

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