Dienstag, 16. Oktober 2018

Wenn auf den Zigarettenpackungen schon Schockbilder abgedruckt sind – wie müssten die Fotos auf Shisha-Packungen wohl aussehen? Denn laut einem Experten vom Klinikum Dortmund ist Shisha-Rauchen viel gefährlicher als Zigaretten.

Sommer ist Shisha-Zeit. Wenn es abends lange hell und warm ist, lädt das viele Menschen ein, mit ihren Wasserpfeifen in den Parks oder auf dem Balkon abzuhängen. Aber das ist hochgefährlich, warnt jetzt ein Experte vom Klinikum Dortmund.

Privat-Dozent Dr. Bernhard Schaaf ist Direktor der Klinik für Pneumologie im Lungenzentrum des Klinikums. Er erklärt an einem Fall aus Dortmund, wie gefährlich selbst passives Rauchen von Shisha ist.

Hochgradig giftig

Eine 21-jährige Frau ist auf der Treppe im Hausflur kollabiert und ihr Freund konnte sie gerade noch auffangen. Er rief den Rettungsdienst. Dann der Schock: Die Lungenspezialisten des Klinikums Dortmund stellten eine hochgradige Kohlenstoffdioxid-Vergiftung bei der jungen Frau fest.

„Die Patientin hatte angegeben, lediglich ein- bis zweimal an einer Shisha gezogen zu haben“, erklärt Privatdozent Schaaf. Die Mediziner konnten die 21-Jährige nur unter Gabe von hochdosiertem Sauerstoff retten.

Genauere Untersuchungen ergaben laut dem Klinikum dann, dass die Vergiftung durch das Passiv-Rauchen kam. Die Frau saß größtenteils neben ihrem Freund, der Shisha rauchte. Für den Lungenarzt ist das nicht überraschend: „Studien haben ergeben, dass bereits das bloße Einatmen von Shisha-Qualm hochgradig gefährlich ist.“

Das ist Privatdozent Dr. Bernhard Schaaf vom Klinikum Dortmund. Foto: Klinikum Dortmund
Das ist Privatdozent Dr. Bernhard Schaaf vom Klinikum Dortmund. Foto: Klinikum Dortmund

Schlimmer als filterlose Zigaretten

Laut Schaaf sind Shishas viel gefährlicher als Zigaretten. „Der Tabak in einer Wasserpfeife wird nicht wie bei der Zigarette direkt verbrannt, sondern bei den niedrigen Temperaturen verschwelt“, erklärt er. Dabei entstehen Gifte wie Acetaldehyd, Acrolein oder Benzol in hohen Konzentrationen. „Um das mal zu vergleichen: Mit dem Rauch einer Wasserpfeife nimmt der Konsument sogar mehr Gifte auf als mit filterlosen Zigaretten.“

Die Gifte bewirken nicht nur, dass sich Raucher und Passiv-Raucher wie die 21-jährige Frau eine schlimme Vergiftung holen. Sondern sie sind auch stark krebserregend. „Wir rechnen damit, dass die Zahl der Lungenkrebs-Fälle in der Zielgruppe der Wasserpfeifen-Raucher massiv steigen wird“, so Privatdozent Schaaf.

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