Mittwoch, 17. Oktober 2018

Das alte Stadion am Hertinger Tor verwandelt sich in den kommenden Jahren in ein völlig neues Gelände. Dass dort der Neubau der Falk-Grundschule entstehen soll, steht schon länger fest. Doch die Pläne haben sich jetzt um weitere, nicht unwichtige, Details ergänzt.

Die Stadt Unna plant die Zusammenlegung von Falk-Grundschule und Nicolai-Grundschule. Die beiden Einrichtungen sollen nach den Plänen der Verwaltung auf dem Gelände „Am Hertinger Tor“ ein neues Schulgebäude bekommen und dort als dreizügige Grundschule fusionieren.

„Wir gehen davon aus, dass die Nicolai-Grundschule vom Neubau der Falk-Grundschule sowieso von der Schließung bedroht wäre“, sagt Schuldezernentin Kerstin Heidler über die Schule. Da liege es also nahe, die beiden Schulen zusammenzulegen.

Grundschulen sind sanierungsbedürftig

Die 1903 erbaute Falk-Grundschule sowie die aus dem Jahr 1895 stammende Nicolai-Grundschule sind sanierungsbedürftig. Der geplante Neubau für die beiden Schulen käme also zur richtigen Zeit. Von der Verlegung der Standorte Falkstraße und Nordring an die nahe gelegene Straße „Am Hertinger Tor“ sind aber laut ersten Aussagen des Stadtsprechers Oliver Böer „nur diejenigen Eltern betroffen, die gerade an Kinderplanung denken“. Sprich: Vor 2025 wird es wohl nichts mit dem Neubau.

Wie auch beim möglichen Neubau der Hellweg-Realschule setzt die Stadt im Fall der beiden Grundschulen auf Neubau statt Sanierung. Ein Neubau, so der technische Beigeordnete Ralf Kampmann, würde nicht viel teurer sein, als eine Sanierung. Gesamtkosten stehen derzeit aber noch nicht fest. Nur so viel: Der Neubau wäre am Ende um die zwei Millionen Euro teurer, als eine Sanierung beider Schulen.

Auch Kita ist am „Hertinger Tor“ geplant

Neben der Schule soll auf dem Gelände am „Hertinger Tor“ eine Kita mit vier bis sechs Gruppen entstehen. „Das, was da entstehen könnte, könnte man als frühkindlichen Bildungscampus bezeichnen“, sagt Stadtsprecher Böer. Kita und Schule auf einem Gelände sollen also einen nahtlosen Übergang zwischen den beiden Bildungsformen ermöglichen. Schuldezernentin Heidler kann sich gut vorstellen, dass beide Einrichtungen voneinander profitieren könnten. Etwa mit einer gemeinsamen Aula oder einer Sporthalle.

Doch mit der Schule und der Kita ist das Gelände am Hertinger Tor längst nicht bebaut. Direkt nebenan stehen aktuell Flächen für Wohnbebauung zur Verfügung.

Info:

Die Nicolai-Schule befindet sich aktuell in einer kritischen Situation. Als Standort zwischen Katharinenschule und Falkschule hat sie nur noch wenig Nachfrage aus dem Umfeld. Sie ist aktuell einzügig. Daraus ergibt sich laut Stadt ein kleines und damit für Unterrichtsausfall anfälliges Lehrerkollegium. Außerdem stellt sich der Betrieb einer überdimensionierten Schule für eine kleine Schüleranzahl als unwirtschaftlich heraus.

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