Mittwoch, 17. Oktober 2018

Der Lindenplatz in Unna ist Teil der Fußgängerzone. Und eigentlich sollte hier gar kein Verkehr sein. Eine Verkehrszählung der Stadt zeigt jetzt: Dem ist nicht so. Bis zu 172 Autos am Tag fahren über den Platz. Das wird Konsequenzen haben. Nur welche? Das steht noch nicht fest.

Bereits Anfang 2017 hatte der Rat einen Antrag von Klaus Göldner (Freie Liste Unna) auf dem Tisch. Er forderte einen Poller für den Lindenplatz. Der sollte vor der Änderungsschneiderei stehen und verhindern, dass es auf dem Platz zu Durchfahrtverkehr kommt. Dem Antrag wurde damals prinzipiell stattgegeben, nur an den Kosten scheiterte es.

Denn die Stadt wollte gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und den Poller auch gleich zur Terrorabwehr nutzen. Die Folge: Der versenkbare Poller hätte mehrere zehntausend Euro gekostet. Die CDU-Ratsfraktion forderte daraufhin eine Verkehrszählung am Lindenplatz.

Bis zu 172 Autos am Tag auf dem Lindenplatz

Das Ergebnis daraus wurde beim Ausschuss für Feuerschutz, Sicherheit und Ordnung vorgestellt. Fünf Tage lang wurde mit Hilfe einer so genannten Topo-Box der Verkehr gemessen.

Was es mit den Topo-Boxen auf sich hat, lest ihr hier.

Das Ergebnis: Mindestens 106, maximal 172 Autos fahren pro Tag über den Platz. Dazu kommen zwischen 17 und 34 Lkw. Das Messgerät kann hier aber keinen Unterschied zwischen Bussen und Lkw machen, weswegen davon ausgegangen werden kann, dass es sich dabei um Linienbusse handelt. Das Gerät kann außerdem nicht auseinanderhalten, ob es sich bei den Autos um Polizeiautos oder Notarztfahrzeuge handelt.

Gewünscht ist ein terrorsicherer Poller

Trotzdem fragte der Ausschussvorsitzende Bernhard Albers (CDU): „Das ist schon recht viel. Wie gehen wir da weiter vor?“ Diese Frage hat sich auch die Stadtverwaltung gestellt. Peter Niewrzedowski, Bereichsleiter Öffentliche Sicherheit und Ordnung, erklärt, dass auch die Verwaltung nach wie vor von einer Pollerlösung überzeugt ist. Allerdings: „Das sollte sich nicht nur auf die Durchfahrt beschränken, sondern auch auf die Sicherheit ausgeweitet werden.“

Im Klartext will die Stadtverwaltung einen terrorsicheren Poller, der auch Lkw-Anschlägen standhalten würde. Und solche Poller sollten nicht nur auf dem Lindenplatz, sondern auch an anderen Orten der Fußgängerzone zum Einsatz kommen. „Wir installieren keine Poller, die nicht der Terrorabwehr dienen. Und das im Zuge der Sanierung der Fußgängerzone, so lange wollen wir mit Wassertanks arbeiten“, sagt Rechtsdirektor Matthias Immick.

Warten auf Sanierung der Fußgängerzone dauert zu lange

Karl Dittrich von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zeigte sich ebenfalls erschrocken über die Masse an Fahrzeugen. Allerdings sagt er auch: „Wenn man das verknüpfen kann, super. Aber jetzt auf die Sanierung der Fußgängerzone zu warten, das dauert uns zu lange.“

Klaus Göldner, selbst nicht Mitglied des Ausschusses sagte am Mittwoch (13. Juni) gegenüber Unna24: „Ich freue mich, dass das Problem anerkannt wird. Das ist der erste Schritt.“ Er plädiert nach wie vor für einen einfachen Poller, der das Problem erst einmal schnell eindämmt.

Die antragstellende CDU-Fraktion hingegen will sich jetzt erst einmal intern beraten.

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