Montag, 24. September 2018

Die Flüge sind günstiger, das Traumferienhaus gibt es nur zwei Tage vor den Ferien, die Autobahnen sind einfach noch nicht so voll: Es gibt bestimmt viele Gründe, die Ferien um ein oder zwei Tage zu verlängern. Doch es drohen Strafen. Für Schulschwänzer kann das richtig teuer werden.

Immer wieder fehlen Kinder kurz vor den Ferien in der Schule. Ohne Entschuldigung kann das für Schulschwänzer teuer werden. „Es gibt da einen klaren Regelsatz von 80 Euro pro Tag, pro Schulkind und pro Elternteil – das kann auch schon mal bei 1000 Euro liegen“, sagt Christoph Söbbeler von der Pressestelle der Bezirksregierung Arnsberg.

Zahl der Verfahren nimmt zu


Im gesamten Regierungsbezirk Arnsberg gab es im Jahr 2017 insgesamt 447 Verfahren gegen Schulschwänzer-Familien, die den Sommerurlaub einfach etwas verlängert haben. 2016 waren es noch 406 Verfahren. „Es ist ein klarer Anstieg zu erkennen. Denn im Jahr 2015 hatten wir lediglich 268 Verfahren“, sagt Söbbeler und versucht noch einmal deutlich zu machen, dass es sich um Schulpflicht handelt. „Wer krank ist und ein Attest hat – das ist höhere Gewalt. Aber günstigere Reisetarife sind kein Grund, um nicht mehr in die Schule zu gehen.“

Bundespolizei hält die Augen offen

Im ganzen Jahr 2017 gab es insgesamt 1.200 Verfahren in ganz NRW. Die Schulleitungen sind auch aufgefordert, Krankmeldungen vor Ferienbeginn oder nach Ferienende zu hinterfragen. Im Zweifel muss dann ein Attest her. Wie der WDR berichtete, sind sogar Kontrollen an Flughäfen möglich. Ein Sprecher der Bundespolizeidirektion in Dortmund sagte gegenüber dem WDR, dass es zwar nicht die Hauptaufgabe sei, aber Eltern mit schulpflichtigen Kindern trotzdem an Flughäfen kontrolliert werden könnten.

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