Montag, 24. September 2018

Unna ist so gut wie pleite und muss dringend sparen. Das Ziel ist es, im Jahr 2020 einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen. Eine Arbeitsgruppe präsentiert dem Rat der Stadt jetzt erste Sparmaßnahmen. Viele davon werden die Unnaer am eigenen Leib zu spüren bekommen. So soll beispielsweise das Parken teurer werden und Sportplätze wegfallen.

Die Arbeitsgruppe besteht aus den verschiedenen Fraktionen des Stadtrates. Gemeinsam haben sie Vorschläge aus den Bereichen Schulen, Sport, Bürgerservice, Parken und Jugend erarbeitet, um künftig Geld zu sparen. „Die bisher erarbeiteten Vorschläge haben ein Potential von mehreren hunderttausend Euro pro Jahr und können die Stadt einem Haushaltsausgleich deutlich näher bringen“, so Stadtkämmerer Thomae.


Die Vorschläge sollen schon in der nächsten Sitzung des Stadtrates am 26. April (Donnerstag) beschlossen werden. Danach geht es in eine zweite Runde, denn es bleiben weitere Themengebiete offen, in denen wohl noch Einsparpotenzial herrscht. So wurde der Bereich Kultur noch überhaupt nicht berührt. Das Ziel ist es, bis 2020 einen ausgeglichenen Haushalt zu haben.

Schulen

Die Falkschule soll mit der Nicolaischule zusammengelegt werden. Für die beiden Grundschulen würde das einen Umzug in einen Neubau am Hertinger Tor bedeuten. Die jetzigen Standorte der Schulen sollen aufgegeben und beispielsweise für neue Wohnungen genutzt werden.

Unit21 – das Bildungsprogramm der Schulen in Unna – soll dazu genutzt werden, um die jährlichen Kosten der Digitalisierung zu verringern und zu optimieren.

Sport

Die Sportplätze „Alte Heide“ und „Billmerich“ sollen aufgegeben werden. „Das ist eine schmerzvolle Bekanntmachung, hatte sich aber in den letzten Jahren schon angedeutet und war abzusehen“, sagt Tim Großeheilmann, Vorsitzender des TUS Alte Heide. Das Sportplatzgelände soll verkauft und zum Gewerbegrundstück gemacht werden. Der Sportverein zieht um. Wohin, ist noch nicht klar. Dafür aber: „Den TUS wird es auf jeden Fall weiter geben. So leicht lassen wir uns nicht unterkriegen.“ Wie es bei Blau-Rot Billmerich weitergeht ist noch nicht klar. 2021 läuft Pachtvertrag aus. Spätestens dann möchte die Stadt den Platz aufgeben. Wie es dann weitergeht, soll jetzt besprochen werden.

Der Pachtvertrag mit den Betreibern der Eissporthalle soll 2020 auslaufen. Dadurch sollen 150.000 Euro pro Jahr eingespart werden. Am liebsten, indem die Halle verkauft wird. Die jetzigen Betreiber haben hier Interesse, die Verhandlungen stehen aber noch ganz am Anfang. Vor allem die Kosten für Sanierungen oder Erneuerungen will sich die Stadt hier sparen.

Parken

Das Parken soll teurer werden. Zurzeit kostet eine halbe Stunde 30 Cent. Wie das ab dem 1. Januar 2019 aussehen wird, ist noch nicht klar. Die Anpassung der Preise soll allerdings „maßvoll“ sein, wie es in der Beschlussvorlage heißt.

Bürgerbüro

Die Außenstellen der Verwaltung in Massen, Königsborn, Hemmerde und Lünern sollen geschlossen werden. Und das schon zum Ende des Jahres. Künftig müssen die Unnaer dann in die Stadt, um ihren Personalausweis zu erneuern oder sich umzumelden. Hier kommt es auch zu Personalstreichungen. Zwei von drei Stellen würden so wegfallen.

Kinder und Jugendliche

Ja, auch in diesem Bereich soll gespart werden. Und zwar wurde geprüft, welche Spiel- und Bolzplätze überflüssig sein könnten. Und diese Überprüfung hat gezeigt, „dass diverse Flächen aus fachlicher Sicht aufgegeben werden können“, heißt es in der Beschlussvorlage.

Für die Werkstatt im Kreis Unna sollen die anderen Städte im Kreis stärker in die Verantwortung beim Bezahlen genommen werden. Das Angebot für Kinder und Jugendliche soll aber vorerst weitergeführt werden.

Stiftungen

Die Sybil-Westendorp- und die Carlernst-Kürten-Stiftung sollen am Januar 2019 in das Stiftungsnetzwerk der Sparkasse eingebunden werden.

ANZEIGE