Dienstag, 16. Oktober 2018

Die Stadt hat in der Rudolf-Diesel-Straße einen Altkleider-Container entfernt. Er stand dort illegal, sodass den Spendern nicht klar sein konnte, was mit ihren Sachen passiert. Wir sagen euch, wie ihr die seriösen Container findet.

Wer seinen Kleiderschrank ausmistet, stellt sich häufig die Frage: Wohin mit den alten Kleidern? Verkaufen, wegschmeißen oder spenden? Wer Spenden möchte, bringt seine Altkleider entweder direkt zu den Betroffenen oder aber er wirft sie in den Altkleidercontainer. Aber kommen die Kleider dann wirklich bei Bedürftigen an?

Im Kreis Unna lässt sich diese Frage leicht mit Ja beantworten. Zumindest, wenn ihr eure Sachen in einen der grünen Container der GWA werft. Hier kommen die Kleider direkt den freien Wohlfahrtsverbänden wie zum Beispiel der Arbeiterwohlfahrt (AWO) oder dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) zugute.

Illegale Altkleider-Sammler unterwegs

Seit 2012 wurden die Container vereinheitlicht. Schwarze Schafe fallen dabei natürlich sofort auf. In Unna wurde im Dezember ein privater Altkleidercontainer auf der Rudolf-Diesel-Straße entfernt. „Die Aufstellung wurde nicht beantragt“, sagt Oliver Böer, Pressesprecher der Stadt Unna.

Die Regelung sei klar, trotzdem würden ab und zu „wilde“ Altkleidercontainer aufgestellt. „Bei privaten Verwertern muss man sich dann schon die Frage stellen, ob das seriös ist“, so Böer. Bei den Altkleidercontainern der GWA besteht hingegen kein Grund zur Sorge.

Denn hier ist genau zu lesen, wem die Altkleider zugute kommen und wer der Ansprechpartner ist, wenn es ein Problem mit dem Container gibt. Bei den Altkleider-Containern privater Anbieter ist das häufig nicht klar. „Das ist wohl auch der neueste Trend, dass nicht draufgeschrieben wird, zu wem die gehören“, sagt Oliver Böer.

Unternehmen drücken sich vor Strafzahlungen

Die Stadt klebt in solchen Fällen einen Aufkleber auf den Container mit der Bitte, sich bei der Stadt zu melden. Sollten sich die Unternehmen dann wirklich mit der Stadt in Verbindung setzen, droht ihnen ein Bußgeld. Das hat allerdings zur Folge, dass die Container meist bei der Stadt verbleiben. „Für die Inhaber ist es wahrscheinlich billiger, die stehen zu lassen als das ordnungsgemäß mit einer Genehmigung zu machen“, so Böer.

Denn die Sondernutzung für die Altkleider-Container kostet natürlich ebenfalls Geld. Und sobald sie auf einer so genannten öffentlichen Verkehrsfläche stehen, benötigen die Betreiber eine Erlaubnis.

Altkleider sammeln bringt Geld

Das Geschäft mit den Altkleidern hingegen scheint zu florieren. Bedürftige in Deutschland brauchen nur einen Bruchteil der eingesammelten Kleidung. Der Rest wird verkauft. Abnehmer zahlen bis zu 400 Euro pro Tonne. Der Preis hängt von der Qualität ab. Mehr als die Hälfte der abgegebenen Kleidung wird wieder getragen, etwa in Asien und Afrika. Sortiert wird die hier gesammelte Ware oft in Betrieben in Osteuropa.

So sehen die Container aus. Andere Container müssen bei GWA oder der Stadt gemeldet werden. Foto: Dennis Liedschulte/Unna24

Traditionell sind in deutschen Städten allerdings die Wohlfahrtsverbände für die Kleidersammlung zuständig. Sie können sich so finanzielle Mittel für ihre sozialen Tätigkeiten sichern. Dabei müssen Sie sich jedoch zunehmend mit gewerblichen – legalen wie illegalen – Sammlern auseinandersetzen. Die Gesellschaft für Wertstoff- und Abfallwirtschaft Kreis Unna (GWA) schreibt dazu: „Die Anzahl der „Schwarzen Schafe“, die sich oft nur einen „sozialen Anstrich“ geben und sich auf Kosten der Allgemeinheit bereichern wollen, hat in den vergangenen Jahren rapide zugenommen.“

Wie finde ich einen Container?

Auf der Internetseite der GWA gibt es keine Liste der offiziellen Container. Das ist auch so gewollt. In der Vergangenheit habe es schon Probleme mit Diebstahl gegeben. Dabei geht es den Räuber nicht immer nur um die Inhalte der Container. „Ich hätte nicht gedacht, dass es so ist. Aber ja, nicht nur die Altkleider werden gestohlen. Wir hatten auch schon mal einen Container, der einfach geklaut wurde“, sagt Andreas Hellmich, Pressesprecher von der GWA.

Aus diesem Grund tut sich die GWA auch schwer damit, eine gesamte Liste online zu stellen. „Es wäre praktisch wie eine schriftliche Einladung zum Stehlen“, sagt Hellmich. Die GWA geht außerdem davon aus, dass die Anwohner einer Siedlung wissen, wo ein Container steht. „Ansonsten kann man uns gerne auch anrufen“, sagt Hellmich. Insgesamt stehen auf dem Stadtgebiet in Unna um die 30 Altkleidercontainer und sind klar mit dem Zeichen der GWA gekennzeichnet.

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